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Liechtensteiner Vaterland 15.05.2026 Julia Kaufmann
Der Zauber von Flöte und Harfe und die Präzision des Kammerorchesters machten das TAK Weltklassik Konzert zu einem Höhepunkt.

Mit einem Konzertabend von aussergewöhnlicher klanglicher Ranesse gastierten die Festival Strings Lucerne unter der Leitung von Daniel Dodds am Mittwoch im Rahmen der TAK Vaduzer Weltklassik Konzerte im Vaduzer Saal. Gemeinsam mit zwei herausragenden Solisten der Wiener Philharmoniker – Harfenistin Anneleen Lenaerts und Flötist Karl-Heinz Schütz – spannte das Kammerorchester einen Bogen vom italienischen Barock über Mozart bis hin zu romantischer Klangpracht und zeitgenössischer Musik.

Balance untereinander wie mit dem Orchester

Bereits die Werke von Andrea Falconieri, Antonio Vivaldi und Francesco Onofrio Manfredini sorgten für einen festlichen Auftakt. Das Orchester  überzeugte von Beginn an mit präzisem Zusammenspiel, stilistischer Beweglichkeit und jener Wärme, die seinen Klang seit Jahrzehnten auszeichnet. Im Zentrum des ersten Konzertteils stand jedoch Wolfgang Amadeus Mozarts Konzert für Flöte, Harfe und Orchester in C.Dur, KV 299 – ein Werk von heiterer Eleganz, entstanden in der für den damals 22-jährigen Komponisten schwierigen Pariser Lebensphase. Gerade dieser Kontrast zwischen äusserer Leichtigkeit und innerer Tiefe verleiht dieser Komposition bis heute ihren besonderen Reiz. «Ich spüre eine besondere Tiefe in dieser Musik – scheinbar unbekümmert, aber mit einem besonderen Tiefgang», erklärte Karl-Heinz Schütz vor dem Konzert und Anneleen Lenaerts ergänzte schmunzelnd: «Bei Mozart gibt es immer Gefahren, weil seine Werke so delikat zu spielen sind.» Doch die beiden Wiener Philharmoniker überzeugten auf ganzer Linie. Diese Mischung aus spielerischer Leichtigkeit und emotionaler Substanz brachten sie ideal zum Ausdruck. Schütz liess seine Flöte mit beseeltem, samtigem Ton singen, während Lenaerts der Harfe eine schimmernde, zugleich warme und sprechende Präsenz verlieh. Beide Solisten fanden eine vorbildliche Balance untereinander wie mit dem Orchester: sie fügten sich organisch in den transparenten Streicherklang der Festival Strings Lucerne ein und behaupteten sich dennoch mit Selbstverständlichkeit. Das Publikum hatte dem Mozart-Konzert hörbar entgegengefiebert und reagierte begeistert auf die besondere Instrumentenkombination.

Eine romantische Liebeserklärung an Mozart

Nach der Pause öffnete Caroline Shaws «Punctum» ein faszinierendes Fenster in die Gegenwart. In dem rund neunminütigen Werk entstanden aus feinen Klangverschiebungen, chorartigen Strukturen und flirrenden Erinnerungsmomenten dichte musikalische Räume. Das Publikum liess sich auf diesen spannungsvollen Kontrast zum Barock und Mozart gerne ein – besonders die Violine erinnerte in manchen Passagen beinahe an den schwebenden Ton der Flöte aus dem vorangegangenen Konzert. Ein weiteres Highlight bildete Tschaikowskis Streicherserenade in C.Dur, op. 48 – eine Liebeserklärung an Mozart und zugleich ein Meisterwerk romantischer Klangkunst. Unter Daniel Dodds entfalteten die Festival Strings Lucerne die ganze Schönheit dieses Werks: die feierliche Erö)nung, den schwebenden Walzer, die innige Elegie und das mitreissende Finale mit seinen russischen Anklängen. Jede Stimme hatte ihren Platz, jede Phrase atmete, jede dynamische Steigerung war sorg"ältig gestaltet. Das Orchester musizierte mit beeindruckender Präzision und grossem Feingefühl. Die Serenade entwickelte sich zu einem ebenso leidenschaftlichen wie eleganten Klangrausch und setzte den idealen Schlusspunkt unter einen hochkarätigen Konzertabend. Mit Schumanns innigem «Abendlied» bedankten sich die Festival Strings Lucerne mit einer weiteren Zugabe.